SEODay 2013 Recap – das war spannend!

Am 16.10.2013 fand im Rhein-Energie Stadion in Köln der dritte SEODay statt. Für mich war es eine spannende Veranstaltung mit vielen netten Leuten und Vorträgen zu ganz verschiedenen Themen. Das war so ein Mix aus einer SEO-Veranstaltung für Profis und einer für Nicht-Profis.

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Thematisch gesehen gab es verschiedene Richtungen: von dynamischem Content über erfolgreiche Maßnahmen mit Black Hat SEO bis zu rechtlichen Aspekten im SEO-Bereich.

Der Tag begann mit einer Begrüßung durch den Veranstalter der Konferenz Fabian Rossbacher im Rhein-Energie Stadion.

Nach der Begrüßung startete der offizielle Teil der Konferenz.

Für mich ging der Weg zum PageRank-Raum und dem Vortrag von Karl Kratz „All you can track (and even more)“.

Karl Kratz: All you can track (and even more)

Ich fand es schon faszinierend, wie Karl es geschafft hat, in kurzer Zeit jede Menge Informationen so rüberzubringen, dass man sich dabei nicht überfordert fühlte. Der Vortrag war auf jeden Fall sehr spannend und informativ.

karl-kratz
Es ging Karl darum zu zeigen, wie man mit additiven Tracking-Methoden die Konversionsrate einer Seite erhöhen kann.

Der Hauptschwerpunkt lag dabei auf den folgenden vier Punkten:

Nutzerverhalten auf der Seite tracken – Nutzerinteresse und Nutzerbedarf (wieder)erkennen – Nutzerprofile erzeugen – Dynamischen Content anhand der Nutzerprofile anzeigen lassen.

Wenn man schon dabei ist, Konversionsoptimierung zu betreiben, sollte man das möglichst gezielt machen:

  • keinen beliebigen Traffic auf eine Verkaufsseite schicken, auf der man eine Conversion Optimierung betreibt
  • Nutzerinteresse abfangen und diese Informationen zum Zweck der Conversion Optimierung nutzen
  • Bedarfsorientierten Content gezielt abspielen (unterschiedlicher Content für unterschiedliche Nutzer(gruppen) mit unterschiedlichen Bedürfnissen)
  • darauf achten, dass man den Prozess ganzheitlich betrachtet und drei Conversions-Ebenen immer im Auge behält:
    • Strategische Ebene (Je nach Besucherintension: was bewegt jemanden? was treibt ihn an?)
    • Detailebene (Wie geht das? Wie erstelle ich das? Wie mache ich SEO dafür? Was kostet das alles?)
    • Komponentenebene (roter Button, grüner Button, toller Text / schlichter Text usw.)

Um den Bedarf eines Nutzers erkennen zu können, sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie verhalten sich Nutzer, die auf eine Seite kommen und nachher eine Transaktion durchführen?
  • Wie verhalten sich Nutzer, die keine Transaktion durchführen?
  • Wie verhalten sich Nutzer, die auf eine Seite kommen, keine Transaktion tätigen, aber nachher wieder kommen?

karl-kratz-seoday

All das kann man messen und zwar nicht nur im Hinblick darauf, was ein Nutzer auf der Seite macht, sondern auch darauf, was er NICHT macht (derjenige, der auf einer Seite weniger als 10 Sekunden bleibt, kann die Referenzen NICHT lesen, das Buch NICHT herunterladen usw.)

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Die getrackten Daten helfen später dabei, Nutzerprofile zu generieren und bedarfsorientierten Content zu erstellen.

Je nachdem, ob ein Nutzer erkannt oder wiedererkannt wird, kann eine andere Regel auf ihn angewendet werden.

Wenn der Nutzer sich für eine Landing Page interessiert, bekommt er Informationen zu dieser Landing Page, aber nur solange bis ein Bedarf darin besteht. Wenn der Nutzer eine Aktion bereits getätigt hat (z.B. er hat einen Newsletter gelesen), bekommt dieses Element einen Tag und der Newsletter rutscht auf eine black list.

Bei jedem Optimierungsprozess sollten folgende Schritte berücksichtigt werden:

Angebotskette bilden – mit Benutzerentwicklung synchronisieren – Regelliste darauf aufbauen.
Benutzer erkennen oder wieder erkennen – gucken, was hat er gemacht – Regelliste durchgehen und ihm die richtige Information anbieten.

Die nächste Frage richtet sich auf die Methoden, die eingesetzt werden müssen, damit sich der wiederkehrende Besucher für eine Conversion entscheidet (Was? Wann? Wie?).

Eine Conversion kommt erst dann zustande, wenn ein Angebot einen Bedarf befriedigt:

Bedürfnis + der Wille etwas zu tun + die Handlungskraft (Kaufkraft)

Das Werteversprechen des Anbieters und das Werteverständis des Nutzers müssen dabei aufeinander passen, denn erst dann kann es zu einer Conversion führen.

Die wichtigste Frage dabei ist nicht „ob jemand konvertiert, sondern wann jemand konvertiert“.
Methode: Das Leseverhalten in Echtzeit messen und den Content dynamisch anpassen.

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Dominik Wojcik: Bericht über ein eigenes Projekt

Beim Vortrag von Dominik ging es darum, wie man es schafft 1 Million Seiten in kurzer Zeit in den Index zu pushen.
Am Beispiel seines eigenen Projektes hat er gezeigt, dass black hat SEO immer noch funktioniert.

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  • Projektierungsphase:
    • Start (vor ca. 9 Monaten)
    • Vorbereitungsphase (2 Tage, ca. 20-35 Stunden)
    • CMS: kein CMS, sondern ein selbst programmiertes System
    • Plus dazu: ein hübsches Template von themeforest, damit die Webseite vertrauensvoll aussieht
  • Projektablauf:
    • Content von anderen Seiten gescrapt
    • Unglaublich viele Seiten intern verlinkt, nicht mit subdomains, sondern mit sub subdomains gearbeitet (14 Millionen subsubdomains auf die Domain drauf getan)
    • Indizieren lassen und geschaut, wie lange es dauert, bis 1 Million Seiten im Index erscheint (es hat ca. 4 bis 5 Monate gedauert)
    • AdSense Anzeige intelligent ausgespielt, sprich den Refferer gecheckt (sobald ein User über Google kam, hat er diese Anzeige gesehen)
    • Vertrauen geschaffen: mithilfe von Google Analytics & Google Webmastertools
    • Ohne Links geht nichts: Expired Domains redirected (120 Domains an einem Tag, sofort: 30.000 Links)
    • Echte Links aufgebaut?! Wie? Sicherheitssiegel! Dem Nutzer eine Möglichkeit gegeben, sein tolles Siegel auf der Website zu generieren. Funktioniert? Ja!
    • Seriösen Anschein erweckt
    • Bounce Rate durch das Deaktivieren des Zurück-Buttons reduziert

Der Haupttrick des ganzen Prozesses bestand laut Dominik darin, bekannte Muster zu brechen und eigene Muster zu schaffen, mit denen Google nicht so viel anfangen kann.

Sepita Ansari: Content Marketing Praxis – Vom Audit bis zur Outreach

Den Vortrag von Sepita Ansari fand ich besonders spannend, denn da drehte sich alles um das Thema, welches ich ohnehin sehr interessant und vielversprechend finde und zwar ums Content Marketing.

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Als Long-Term Strategie hat Content Marketing viele Vorteile, die sich wie folgt zusammenfassen lassen:

  • Natürlicher Backlinkaufbau und -wachstum
  • Erzeugen von Social Signals
  • Steigerung von Brand Awareness
  • Steigerung des Vertrauens in die Brand
  • Kundenbindung

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Um diese Ziele erreichen zu können, sollte man sich den ganzen Prozess von Audit bis zur Outreach genauer anschauen und folgende Schritte durchgehen:

  • Content Audit:
    • Welche Inhalte hat man auf der Seite?
    • Klassifizierung der Inhalte nach ihrem Typ
    • Schlussfolgerungen ziehen
    • Content-Typen und -Formate bestimmen
    • Schauen, was am besten funktioniert

(Wichtig: man sollte versuchen, diesen Prozess mithilfe von Tools zu automatisieren)

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  • Content Strategie:
    • Ziele bestimmen (Aber: viele Ziele verderben den Brei), deshalb smart Ziele (konkret, messbar, erreichbar) setzen, aus den smarten Zielen KPIs abbilden
    • Zielgruppe definieren (dafür Daten von Google, Facebook, Google Analytics etc. dafür nutzen) und aus den Zielgruppen Personas erstellen (fiktive Personbeschreibung => Branchen abhängig ist)
    • Kanäle definieren, bzw. Medium auswählen (Facebook, Twitter etc)

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  • Kampagnen Planung
    • saisonale Erfassung aller wichtigen Events
    • Sicherstellung eines kontinuierlichen Angebots
  • Produktion
    • richtige Auswahl des Mediums für die jeweilige Zielgruppe treffen (Video, Infografik, eBook etc.)
  • Outreach
    • gezielte Verbreitung des eigenen Content: Content an die Leute bringen
    • Beziehungen zu anderen Menschen
    • Klicks bekommen
    • Viralität, Relationships aufbauen

„Content funktioniert nur so gut wie der Outreach ist, d.h. sogar der geilste Content muss an die Leute gebracht werden!“

(Wichtig: langfristige Beziehung zu dem Publisher)

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  • Review
    • Analysieren, was man erreicht hat:
    • Welche Ziele wurden erreicht
    • Welche neuen Kontakte wurden aufgebaut
    • Welches Know-how wurde ausgebaut

Wichtig: sogar eine schlechte Content-Marketing-Aktion sollte analysiert werden!

Zum Ausklang des offiziellen Parts der Veranstaltung ging es dann wieder ziemlich technisch mit dem Vortrag von Daniel Wette weiter.

Daniel Wette: Analyse von Crawling-Problemen mit Logfiles und BL-Tools

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Anhand seiner Auswertungen zum Thema Crawling-Probleme hat Daniel am Beispiel eines laufenden Projekts gezeigt:

  • welche Daten man sich aus welchen Quellen bei der Analyse von Crawling-Problemen zunutze machen kann
  • und wie ineffizient der Google Bot arbeitet

Wer sich die Frage nach einem passenden Mittel zur Analyse von Crawling-Problemen stellt, der könnte sich Daten aus Logfiles und von Onpage Crawlern anschauen, diese kombinieren und auswerten.

Es gibt kein Tool, das alleine vollständige und zuverlässige Daten für eine Website liefert.

Linkdatenbanken wie (Sistrix, ahrefs, MajesticSeo, Searchmetrics) geben meist Informationen zu Ziel-URLs von eingehenden Links, die man nachher mit der Seitenstruktur vergleichen kann.

Onpage Crawler und Google WMTs stellen im Gegensatz dazu viel mehr Daten zur Verfügung. Aber sogar bei Google WMT hat man nur mit Auszügen zu dem Problem zu tun.

Zuverlässigere Daten lassen sich aus den Logfiles ableiten. Hier hat man aber das Problem mit einer großen Datenmenge, die umgeformt, in eine Datenbank eingespielt und gefiltert werden muss.

Eine gute Alternative bei der Analyse von Crawling-Problemen ist das Zusammensetzen von Daten aus verschiedenen Tools und deren Auswertung.

Die Auswertung von Daten des laufenden Projekts und der darauf aufbauende Vergleich dieser Daten mit den Daten des Google Bots haben gezeigt, wie stark sich die Werte voneinander abweichen.

Die Arbeit des Google Bots scheint sehr ineffizient zu sein. Laut den Projektdaten wurden 75% der gecrawlten URLs nur 1mal im Monat gecrawlt. Die Startseite wurde dagegen 600mal gecrawlt (ca. 20mal am Tag). Die ersten 3 Klickebenen wurden komplett erfasst, die 4. Klickebene dagegen nur zu 75% in 4 Monaten (d.h. max 1mal die Woche guckt sich der Bot die Produktebene an).

Fazit: Google verschwendet seine Kapazitäten auf die URLs, die längst nicht mehr vorhanden sind und vergisst Seiten, die wichtig sind, aber sich in der Klickebene etwas tiefer befinden.

Das war jetzt mein kurzer Überblick über die Vorträge, die ich mir im Laufe des Tages angehört habe.

Und jetzt LAST BUT NOT LEAST!

Nach der erfolgreichen Vortragsreihe ging der SEODay in die nächste Runde. Im Raum Page Rank warteten viele SEODay Besucher ganz gespannt auf die Ergebnisse des SEO-Contest und auf die Wahl des besten SEODay Speakers.

Photos und Videos zum SEOKanzler findet ihr hier.

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