Title Tag – ein Mythos oder wahre Geschichte?

Ein Seitentitel (bzw. eine sinnvolle Verwendung von Title Tag) ist wie ein Buchtitel: ist er geschickt und spannend formuliert und deckt das Thema eines gegebenen Beitrags ab – weckt er das Interesse des Nutzers (Lesers) und bewegt diesen zum Klicken. Hat er keinen Mehrwert, bzw. fehlt der Title Tag komplett – wird kein Interesse erweckt und die Seite wird nicht aufgerufen.

Im Herbst vergangenen Jahres habe ich einen Artikel zu diesem Thema verfasst und lies diesen eine Weile in der Tischschublade ruhen, weil ich dachte, dass dieses Thema einen harten Kern für SEO bildet und jederzeit nützlich sein kann.

Nun habe ich aber festgestellt, dass man mit Google nie darauf verlassen kann, dass heutige Regeln auch morgen gelten.

Vor ein paar Monaten bin ich auf einen interessanten Artikel zum Thema Title Tag aufmerksam geworden, der mich zum Nachdenken bewegt hat.
Man liest immer wieder, dass eine gut optimierte Seite nicht nur für Suchmaschinen lesbar sondern auch für Nutzer attraktiv sein sollte. Suchmaschine und Nutzer sind zwei Seiten einer Medaille, ohne die eine Webseite keinen Sinn haben würde.
Sowohl Suchmaschinen als auch Nutzer verfolgen im Großen und Ganzen dasselbe Ziel – die Suche nach qualitativen und relevanten Informationen, die Users Informationsbedürfnisse abdecken können.

Gute Bücher – gute Büchertitel. Gute Websites – sinnvoll eingesetzte Title Tags

Genauso wie es schlechte Bücher gibt, gibt es auch schlechte Webseiten die unsere Hoffnungen häufig zu Grunde ruinieren.
Im Grunde genommen ist ein Seitentitel (Title Tag) eine erste Andeutung auf das Thema einer gegebenen Seite. und soll dem Nutzer ein Signal dafür geben, ob eine gegebene Webseite seinen Vorstellungen entspricht oder nicht.
Seit langer Zeit ist der Titel Tag ein SEO-Faktor, der nicht unterschätzt werden darf.
Folgende Kriterien waren/sind zu erfüllen:

  1. The primary keyword should be placed at the beginning of the title tag.
  2. After the primary keyword, use 1-2 related keywords.
  3. Business name/Brand should be at the end of the title tag.
  4. The title tag should be no more than 65-70 characters (with spaces).
  5. Page titles across a website should be unique, each one relevant to its page.

So weit so gut…
Erfahrene Webmaster und SEOs haben sich schon immer bemüht tolle Titel bzw. hochwertige Title Tags zu erstellen, um das Webseitenimage zu verbessern. Techniken dazu haben sich im Laufe der Jahre auch stark verändert und man muss sich heutzutage als Webmaster viel mehr anstrengen und schlau machen, um auf dem Laufenden zu bleiben.
Suchmaschinen sind keine einfachen Tools mehr. Das ist ein mächtiger Mechanismus, der immer komplexer und schlauer wird.
Matt McGee hat dieses Thema in seinem Artikel „Rethinking the Title Tag for 2012 (and beyond)“ aufgegriffen und unter die Lupe genommen.
Ihm ging es darum, herauszufinden, wie wichtig gute Webseitentitel (Title Tag) heutzutage sowohl für Webseitenbetreiber als auch für Nutzer sind.

Der Title Tag von heute: qualitativer Seitentitel. Wem nützt das?

Selbstverständlich hat jeder von uns schon mal gelesen, dass Seitentitel (Title Tags) hauptsächlich nicht für Suchmaschinen verfasst werden sollten. Ihr Hauptziel ist Nutzer Interesse zu erwecken und Nutzer zum Klicken anzuregen.
Da stellt sich die Frage, ob man sich als Webmaster beim Erstellen eines einzigartigen und super ansprechenden Titels bzw. Title Tags tatsächlich viel anstrengen muss?
Meine erste Annahme wäre: „Ja klar, wie sonst“. Aber…
Schöne Beispiele von Matt McGee zeigen, dass Google mit Angaben in Titel Tag oft ganz kreativ umgeht.
Es ist seit langem so, dass Google Title Tags automatisch generiert und in den SERPs anzeigt, um die Suchergebnisse für Nutzer möglichst freundlicher zu machen. Und schön ist es auch. Aber nicht immer!
Denn manchmal bemüht man sich als Webmaster wirklich sehr und man weiß auch manchmal besser (oder man denkt, dass man`s weiß 😀 ), welcher Seitentitel für welche Seite am besten wäre und dann kommt Google und sagt: „Nö, deinen Titel lasse ich jetzt mal weg und schreibe meinen eigenen“.
Als Folge bekommt man dann je nach der Suchanfrage unterschiedliche Seitentitel für ein- und dieselbe Seite angezeigt.

Sobald man`s sieht, wird man sofort vom Gedanken gepackt: “Oh Gott, wo ist mein schöner Seitentitel denn wieder?“
Hier noch ein Beispiel dazu:
Der originelle Seitentitel: Weihnachtsfiguren: Weihnachtspyramide, Räuchermännchen | Dekokunst Neupert
Seitentitel in den SERPs (bei neutraler Siteabfrage): Deko-Galerie-Dekokunst Neupert.

Man könnte vermuten, dass Google diese Seitentitel (Titel Tags Angaben) von odp bezieht…
Aber nein! Im Quellcode der erwähnten Webseite findet man folgenden Code Schnipsel: *().
„Toll, wo kommt er denn her?“.
Sobald man die Seite aufruft, wird`s klar, dass dieser Text in der h1 Überschrift auf der Seite steht.
Google denkt wahrscheinlich, der hartkodierte Titel wäre zu lang, und präsentiert dem Nutzer deshalb einen etwas kürzeren Titel. (Aber bitte nicht vergessen, es geht in diesem Beispiel um eine neutrale Suchanfrage. Bei einer keywords relevanten Query würde man für diese Webseite den ursprünglichen Seitentitel mit fett markierten Keywords angezeigt bekommen (aber auch nur dann, wenn die Suchanfrage den Seitentitel matchen würde).
Kommen wir noch mal auf das gerade erwähnte Beispiel zurück.
Warum soll der Nutzer bitte bei einer Siteabfrage modifizierte Seitentitel bekommen, die weniger aussagkräftig sind, als die vom Webmaster erstellten?
Vlt. will er (der Nutzer) bei einer Siteabfrage wissen, worum es bei einer gegebenen Website geht?! In diesem Fall wäre auch der vom Webmaster erstellte Seitentitel: Weihnachtsfiguren: Weihnachtspyramide, Räuchermännchen | Dekokunst Neupert etwas relevanter als der von Google: Deko-Galerie – Dekokunst Neupert (denn letzteren finde ich viel zu allgemein. Unter Dekokunst lässt sich alles Mögliche zusammenfassen).
Andererseits kann dieses Verfahren für Nutzer durchaus vorteilhaft sein, wenn einzelne Seiten einer Website über gar keine oder gleiche Titel verfügen.

Fazit: sinnvoll eingesetzte Title Tags – relevant oder nicht?

Ich persönlich fände es eigentlich nicht verkehrt, wenn`s eine Möglichkeit gäbe, dem Google via Quellcode sagen zu können: „Lass bitte meinen Titel so, wie er ist und zeig ihn in den SERPs“. Wie sinnvoll es tatsächlich wäre, kann ich momentan nicht sofort beurteilen.
Zum Schluss würde ich allen Webmastern jedoch empfehlen, hochwertige und eigenartige Titel für alle Seiten ihrer Website zu erstellen. Denn ein Title tag war und bleibt immer noch ein wichtiger SEO-Faktor, der durch Suchmaschinen ausgewertet wird und das Ranking Ihrer Webseite beeinflusst, auch wenn Nutzer ihn anders in den SERPs zu sehen bekommen.

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